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Ein halb zugeklappter Laptop zeigt ein buntes Hintergrundbild.

Erste Schritte mit der Cursor IDE


Janis

3 Minuten

Inspiriert von einem Blogpost über die "korrekte" Verwendung von Cursor, den mein Kollege Hajo gefunden hat, habe ich mir die Zukunft des Programmierens mal angeguckt... und habe gemischte Gefühle.

Was ist Cursor?

Cursor ist laut eigener Aussage die beste Art, mit KI zu programmieren. Es baut auf Visual Studio Code auf; die wichtigste Änderung dabei ist das zusätzliche Chatfenster auf der rechten Seite, mit dem man den Cursor-Agenten losschicken kann:

cursor-chat-fenster.png

Hier habe ich Cursor aufgefordert, die fehlerhaften Bildreferenzen in diesem Blogpost zu korrigieren. Dabei habe ich den besagten Blogpost als Markdown-Datei, sowie einen weiteren Blogpost als Referenz wie es richtig geht, angefügt. Cursor hat dann die beiden Dateien analysiert, die fehlerhafte Stelle identifiziert und durch den Abgleich mit der Referenzdatei einen Lösungsvorschlag gemacht.

Die große Stärke von Cursor ist die Möglichkeit, auf die gesamte Codebase zuzugreifen und weitreichende Änderungen vorzunehmen. Cursor kann beliebige Kommandos ausführen oder zur Ausführung vorschlagen – je nach Konfiguration.

Das Killer-Feature?

Laut dem besagten Blogpost von Geoff Huntley eröffnet sich eine völlig neue Welt, wenn man Cursor Rules verwendet. Diese Regeln ermöglichen, den Cursor-KI-Agenten weiter anzupassen. So lässt sich etwa eine Regel für das Fehlerhandling in TypeScript-Anwendungen definieren:

---
description: Best practices for error handling in TypeScript
globs: **/*.ts, **/*.tsx
---
name: typescript-error-handling
...
trigger:
  event: on_file_open
  patterns: ["**/*.ts", "**/*.tsx"]
guidelines:
  - title: "Use typed errors with custom error classes"
    description: |
      Create custom error classes that extend Error to provide type information
      and context about specific error cases.
...

Durch die Frontmatter-Informationen am Anfang der Datei weiß Cursor, wann und ob die Regel Anwendung finden soll. Im obigen Beispiel wird die Regel immer angewendet, wenn eine TypeScript-Datei im Kontext angehängt ist. Weitere Möglichkeiten sind, die Regel immer anzuwenden oder Cursor anhand der Beschreibung selbst entscheiden zu lassen.

Schreiben lassen statt selbst schreiben!

Solche Regeln muss man heute nicht mehr selbst schreiben – das übernimmt die KI. Die oben angehängte Regel habe ich nämlich nicht selbst erstellt, sondern Cursor damit beauftragt. Die Idee dahinter ist eigentlich genial: Man benutzt Cursor, um Cursor weiter anzupassen! So kann man in mehreren Iterationen die eigene KI-IDE immer besser auf die eigenen Bedürfnisse abstimmen – am Ende hat man den perfekten KI-Entwickler.

Wer am Puls der Zeit arbeitet, erlebt natürlich auch mal Probleme. So hat Cursor zuverlässig dabei versagt, die besagten Regeln ins Dateisystem zu schreiben. Schuld war ein spezieller Editor-Modus, den die Cursor-Variante von VS Code für die verwendete .mdc-Dateiendung eingebaut hat. Eine Anpassung der Cursor-/Workspace-Settings schafft Abhilfe:

"workbench.editorAssociations": {
  "*.mdc": "default"
}

Und ist das jetzt die Zukunft?

Ich muss noch mehr Erfahrung mit dem Feature der Cursor Rules sammeln, um zu entscheiden, ob es den Aufwand wert ist. Die Kombination dieser Regeln gemeinsam mit spec driven development, bei dem die KI eingesetzt wird, um gezielt vordefinierte Features zu implementieren, ist sehr verheißungsvoll.

Was mich allerdings massiv stört, ist das Babysitting, das man aktuell betreiben muss: Viele Kommandos müssen einzeln akzeptiert werden, Änderungen sollten natürlich sowieso immer überprüft werden. Manchmal gerät die KI in merkwürdige Fehler aus denen sie alleine nicht wieder herauskommt. Die muss dann doch ein menschlicher Entwickler korrigieren. Es treten viele kleine Wartezeiten auf, während die KI rödelt – zu kurz, um sinnvoll auf eine andere Aufgabe zu wechseln, aber zu lang, um aufmerksam bei der Sache zu bleiben.

Wenn ich mehr Erfahrungen mit dieser Entwicklungsmethode (die sich mit dem aktuellen Trend des "Vibe Codings" deckt) gesammelt habe, gibt es bestimmt nochmal einen Teil 2 hierzu. Hier schon mal ein kleiner Teaser mit einem Beispiel-Prompt:

vibe-coding.png

Bis dahin kann ich jedem Entwickler ans Herz legen, sich intensiv mit Cursor oder ähnlichen Tools auseinanderzusetzen – es wird die Art, wie wir programmieren, nachhaltig verändern!

Freitag, 21.03.2025

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